Herzinfarkt
Das erste Auftreten eines
Herzinfarktes, d.h. das Absterben eines Teils des Herzmuskels infolge unzureichender Blutzufuhr zum Herzmuskel (Myokard). Die Diagnose muss durch einen Kardiologen nach den Regeln der deutschen Gesellschaft für Kardiologie bzw. den entsprechenden in einem anderen anerkannten Staat angewandten Regeln und durch typische Brustschmerzen, erhöhte herzspezifische Enzyme und frische, typische EKG-Veränderungen nachgewiesen werden. Angina pectoris ist ausgeschlossen.
Vereinfachte
Erläuterung
Ein Herzinfarkt (auch Myokardinfarkt) tritt auf, wenn infolge mangelnder Sauerstoffversorgung ein Bereich des Herzmuskels abstirbt. Ursache hierfür ist ein plötzlicher Verschluss einer Herzkranzarterie.
Schlaganfall
Dauerhafte Schädigung des Gehirns durch einen nach einer Gehirnblutung, Thrombose oder Embolie erlittenen Hirninfarkt, der aufgrund entsprechender bildgebender Diagnostik
(Computertomographie, Kernspintomographie) durch die Diagnose eines Arztes für Neurologie / Psychiatrie nachgewiesen wird. Ein dauerhafter Verlust neurologischer Fähigkeiten ist ebenfalls ärztlich nachzuweisen. Ausgeschlossen sind transitorische ischmische Attacken (TIA).
Vereinfachte Erläuterung
Das Gehirn kontrolliert alle Funktionen des Köpers. Verletzungen in diesem Bereich können daher ernsthafte Auswirkungen haben. Ein Schlaganfall (auch Hirninfarkt) tritt
auf, wenn das Gehirn stark durch interne Blutungen geschädigt wurde bzw. wenn die Blut- und Sauerstoffversorgung durch eine verstopfte Arterie unterbunden ist und es somit zu einer akuten Blutleere kommt. Eine transitorische ischmische Attacke (TIA) ist eine Durchblutungsstörung von kurzer Dauer. Die Symptome bilden sich folgenlos innerhalb von 24 Stunden zurück
Krebs
Ein bösartiger Tumor, für den unkontrolliertes
Wachstum, die Aussaat von Tumorzellen mit Einwanderung in umliegendes Gewebe und die Zerstörung von gesundem Gewebe charakteristisch sind. Hierunter fallen auch Leukämie und Lymphknotenkrebs (Lymphom).
Ausgeschlossen sind:
• nicht invasive Carcinoma-in-situ;
• alle Hautkrebserkrankungen; maligne Melanome mit einer Tumordicke von mehr als 1,5 mm nach Breslow oder Clark Level 3 sind jedoch versichert;
• Gebärmutterhalskrebs CIN-1, CIN-2, CIN-3;
• frühes Stadium des
Prostatakarzinom (TNM Klassifikation: T1).
Die Diagnose muss aufgrund einer Gewebshistologie durch einen Arzt für Onkologie nachgewiesen werden. Es besteht kein Versicherungsschutz für Krebs, der innerhalb der ersten drei Monate nach Versicherungsbeginn bzw. nach Erhöhung des Schutzes, bezogen auf den erhöhten Teil, diagnostiziert wird.
Vereinfachte Erläuterung
Der Begriff Krebs umfasst alle Arten maligner (bösartiger) Tumore, die in der Lage sind, Krebszellen
zu streuen. Im Gegensatz dazu gibt es sogenannte gutartige Tumore ohne Streutendenz. Maligne Tumore können schnell wachsen, umliegendes Gewebe befallen, und die Krebszellen können über Blutkreislauf und Lymphsystem in andere Bereiche des Köpers vordringen. Tumore setzen ihr Wachstum fort, wenn sie nicht zerstört oder entfernt werden.
Bypass-Operation der Herzkranzgefäße
Operation am offenen Herzen zur Beseitigung
von Verengungen und Verschlüssen einer oder mehrerer Herzkranzgefäße mittels Anlage von Bypassgefäßen. Die medizinische Notwendigkeit der Operation muss von einem Kardiologen nach den Regeln der deutschen Gesellschaft für Kardiologie bzw. den entsprechenden in einem anderen anerkannten Staat angewandten Regeln bestätigt und durch eine Angiographie nachgewiesen werden.
Vereinfachte Erläuterung
Eine Bypass-Operation ist erforderlich, wenn eine oder mehrere Arterien,
welche das Herz mit Blut versorgen, verengt oder verstopft sind. Bei dem Eingriff wird nach medizinischer Praxis (Stand 2002) eine Vene aus dem Oberschenkel des Patienten entnommen und dazu genutzt, das Blut an der blockierten Stelle des Herzens vorbei zu leiten.
Angioplastie am Herzen
Behandlung zur Korrektur von zwei oder mehreren zu mindestens 70 % verengten Herzkranzgefäßen. Die medizinische Notwendigkeit der
Behandlung muss von einem Kardiologen nach den Regeln der deutschen Gesellschaft für Kardiologie bzw. den entsprechenden in einem anderen anerkannten Staat angewandten Regeln bestätigt und durch eine Angiographie nachgewiesen werden.
Beispiele eingeschlossener Behandlungen sind:
• Percutane transluminale Coronarangioplastie (PTCA)
• Implantation von Metallgeflechten (Stents)
• Atherektomie
• Ballondilatation und Rotarablation
• Laser
Sofern einer der o.g.
Eingriffe erforderlich ist, um ein zu mindestens 70 % verengtes Herzkranzgefäß zu erweitern, erbringen wir für die versicherte Person eine Teilzahlung in Höhe des geringeren Betrags von:
a) 10.000 oder
b) 50% der versicherten Leistung für schwere Krankheiten.
Vereinfachte Erläuterung
Mit verschiedenen Techniken können Herzkranzgefäße erweitert werden. Hierdurch ist es möglich, Ablagerungen an den Gefäßwänden zu entfernen und die Arterie möglichst dauerhaft für das Blut wieder durchgängig zu machen.
Aortenplastik
Operativer Eingriff an der thorakalen oder abdominalen Aorta aufgrund einer lebensgefährlichen Gefäßerkrankung. Die medizinische Notwendigkeit des Eingriffs aus diesem Grund muss von einem Kardiologen nach den Regeln der deutschen Gesellschaft für Kardiologie bzw. den entsprechenden in einem anderen anerkannten Staat angewandten Regeln bestätigt werden. Beispiele versicherter Eingriffe sind Eingriffe an
der Aortenbifurkation, chirurgisches Einbringen von Gefäßprothesen bei Aortenaneurysma oder Aortendissektion. Ausgeschlossen sind das Einbringen von minimal invasiven Stents und Eingriffe an den Seitenästen der Aorta.
Vereinfachte Erläuterung
Die Aorta ist die Hauptschlagader des Köpers und liegt im Brustkorb bzw. Bauchraum. Sie versorgt über von ihr abgehende Arterien den gesamten Körper mit sauerstoffüreichem Blut. Die Aorta kann durch Gefäßverkalkungen
(Arteriosklerose), die sich an den Gefäßwänden ablagern, verengt sein. Ausbuchtungen der Gefäßwände (sog. Aneurysmen) können eine Erweiterung der Aorta verursachen, was ebenfalls eine operative Behandlung erforderlich macht.
Herzklappenoperation
Durchführung einer Operation am offenen Herzen zur Wiederherstellung oder zum Ersatz einer oder mehrerer Herzklappen. Die Operation muss durch einen Kardiologen nach den
Regeln der deutschen Gesellschaft für Kardiologie bzw. den entsprechenden in einem anderen anerkannten Staat angewandten Regeln nachgewiesen werden.
Vereinfachte Erläuterung
Wenn eine Herzklappe nicht richtig funktioniert, weil sie verengt ist oder nicht vollständig schließt, kann eine Operation erforderlich sein. Hierbei wird die betroffene Herzklappe wiederhergestellt bzw. durch eine künstliche Herzklappe ersetzt.
Erkrankung des Herzmuskels (Kardiomyopathie)
Schwere Störung der Pumpfunktion des Herzens aufgrund entweder einer Erweiterung der Herzhöhlen (dilatative Kardiomyopathie) oder einer Zunahme der Herzwanddicke (hypertrophische Kardiomyopathie). Es müssen trotz optimaler medikamentöser Therapie schwere Zeichen einer Herzleistungsschwäche vorliegen (physische Einschränkung von mindestens Klasse IV gem NYHA*). Die Diagnose muss durch einen Kardiologen nach den Regeln
der deutschen Gesellschaft für Kardiologie bzw. den entsprechenden in einem anderen anerkannten Staat angewandten Regeln nachgewiesen werden.
*NYHA = New York heart association
Vereinfachte Erläuterung
Kardiomyopathie ist ein ernstzunehmender Zustand oft unbekannter Ursache, wobei der Herzmuskel nicht mehr in der Lage ist, Blut effektiv durch den Körper zu pumpen. Manchmal ist dieser Zustand nur vorübergehend, in einigen Fällen entwickelt sich jedoch
eine andauernde Herzschwäche. Eine permanente Kardiomyopathie kann nicht geheilt werden und verschlimmert sich mit der Zeit. Symptome sind Kurzatmigkeit bei geringer Anstrengung, Brustschmerzen und ein allgemeines Schwächegefühl
Transplantation von Hauptorganen
Erfolgte vollständige Transplantation bzw. offizielle Registrierung auf der Warteliste für Transplantationen für Herz, Lunge, Leber, Nieren,
Bauchspeicheldrüse oder Knochenmark. Die medizinische Notwendigkeit der Transplantation muss von einem Facharzt nach den einschlägigen medizinischen Regeln bestätigt werden und die versicherte Person Empfängerin sein. Ausgeschlossen sind Stammzelltransplantationen.
Vereinfachte Erläuterung
Schwere Erkrankungen oder Verletzungen können Organe so stark schädigen, dass eine Behandlung nur durch die Entfernung des kranken und die Transplantation eines gesunden Organs
möglich ist. Für viele Organe bestehen lange Wartelisten, da nicht ausreichend Transplantate zur Verfügung stehen.
Nierenversagen
Endgültiges nicht mehr zu behebendes Versagen beider Nieren aufgrund dessen eine regelmäßige Dialyse durchgeführt werden muss. Die Diagnose muss durch einen Arzt für Nephrologie nachgewiesen werden.
Vereinfachte Erläuterung
Aufgabe der Nieren ist es,
Abfallstoffe aus dem Blut zu filtern. Wenn die Nieren nicht richtig funktionieren, sammeln sich die Abfallstoffe im Körper an, was zu lebensbedrohlichen Gesundheitsproblemen führen kann. Sofern eine Niere ausfällt, kann die zweite Niere die Aufgabe mit übernehmen. Sobald aber beide Nieren nicht mehr in der Lage sind, das Blut zu filtern, muss diese Aufgabe durch eine Dialysemaschine übernommen werden bzw. ist eine Organtransplantation erforderlich.
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Fortgeschrittene Lebererkrankung
Endstadium einer Lebererkrankung oder Diagnose einer Leberzirrhose. Es müssen dabei mindestens zwei der folgenden Krankheitsbilder vorliegen:
• Hepatische Enzephalopathie
• Unkontrollierbarer Aszites (Wasserbauch)
• Permanente Gelbsucht
• Varizen (Krampfadern) in der Speiseröhre oder im Magen
Die Diagnose muss durch einen Arzt für Gastroenterologie nachgewiesen werden.
Vereinfachte
Erläuterung
Eine fortgeschrittene Lebererkrankung hat das Versagen der meisten oder sogar aller Leberfunktionen zur Folge. Charakteristische Anzeichen für diese Erkrankung sind die oben erwähnten Symptome. Gelbsucht lässt die Haut gelblich erscheinen und ist üblicherweise ein Anzeichen für eine nicht richtig funktionierende Leber. Wasserbauch beschreibt eine Flüssigkeitsansammlung im Bauchbereich. Unter der hepatischen Enzephalopathie versteht man Bewußtseinsstörungen und
Persönlichkeitsveränderungen als Folge des Leberversagens.
Fortgeschrittene Lungenerkrankung (inklusive schwerem Emphysem)
Endstadium einer Lungenerkrankung, die zur chronisch respiratorischen Insuffizienz führt. Die Diagnose muss aufgrund folgender Befunde durch einen Arzt für Lungenkrankheiten nachgewiesen werden:
• Eine ununterbrochene Sauerstoffversorgung wegen Hypoxie
• FEV1 (Forciertes
expiratorisches Volumen in der 1. Sekunde = Tiffenau-Test) beträgt dauerhaft weniger als 1 Liter
• Ruhedyspnoe
• Arterielle Blutgasanalyse mit partiellem Sauerstoffdruck von 55 mm Hg oder weniger (Pa02< 55mm Hg)
Vereinfachte Erläuterung
Bei der sogenannten chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung kommt es zu einer Verengung großer Bereiche der Atemwege, was vor allem beim Ausatmen zu einem erhöhten Atemwegswiderstand führt. Eine Folge kann die Ausbildung
eines Emphysems sein, d.h. der normale Aufbau der Lunge ist zerstört und es kommt zu einer Lungenblähung
Chronische rezidivierende Bauchspeicheldrüsenentzündung
Fortschreitende Zerstörung der Bauchspeicheldrüse durch gesicherte Episoden einer akuten interstitiellen Pankreatitis. Die Diagnose muss durch einen Arzt für Innere Krankheiten nachgewiesen werden.
Vereinfachte Erläuterung
Die
chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung ist eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse die den teilweisen oder kompletten Verlust des Organs zur Folge hat. Die Symptome gehen einher mit schweren Verdauungsstörungen, Gewichtsverlust und Störung des Zuckerstoffwechsels bis hin zur Zuckerkrankheit.
Querschnittslähmung
Vollständiger und dauerhafter motorischer und sensibler Verlust der Gebrauchsfähigkeit zweier
oder mehrerer Körperglieder mit Schädigung des Rückenmarks oder Hirns, der durch die Diagnose eines Arztes für Neurologie nachgewiesen werden und Hemiplegie, Tetraplegie oder Paraplegie beinhalten muss.
Vereinfachte Erläuterung
Das Gehirn kontrolliert die Muskelbewegungen des Köpers, indem es Nervenreize durch das Rückenmark und anschließende Nerven sendet. Durch eine Verletzung des Rückenmarks wird diese Verbindung unterbrochen, was eine Lähmung zur Folge hat. Es
gibt verschiedene Arten von Lähmungen, je nachdem, welche Bereiche des Köpers betroffen sind, z.B. Hemiplegie (Lähmung der rechten oder linken Körperhafte), Paraplegie / tiefe Querschnittslähmung (Lähmung der Beine und der unteren Körperhafte), Tetraplegie / hohe Querschnittslähmung (Lähmung, die beide Arme und Beine betrifft).
Kinderlähmung (Poliomyelitis)
Infektion mit dem Poliovirus mit Beeinflussung von Atmung
oder Motorik, die zu einer dauerhaften paralytischen Erkrankung geführt hat. Die Diagnose muss durch einen Arzt für Neurologie nachgewiesen werden.
Vereinfachte Erläuterung
Kinderlähmung ist eine akute infektiöse Erkrankung, die sich durch Muskellähmung aufgrund einer Zerstörung von Zellen im Rückenmark oder Hirnstamm auszeichnet. Bedingt durch die auftretenden Lähmungen, die eine oder mehrere Extremitäten oder Muskelgruppen betreffen, kann es zu Muskelschwund mit
anschließender Deformation kommen, wenn keine Heilung zu erzielen ist. In fürüheren Zeiten war diese Krankheit die häufigste Ursache einer Lähmung bei Kindern und wurde aus diesem Grund als Kinderlähmung bezeichnet.
Verlust von Gliedmaßen
Vollständige und nicht wieder herzustellende Abtrennung von zwei oder mehr Gliedmaßen oberhalb des Hand- oder Fußgelenks. Hierunter fällt auch die nicht wieder herzustellende
Abtrennung eines Armes und eines Beines oder beider Arme oder beider Beine oberhalb des Hand- oder Fußgelenks. Im Falle des vollständigen und dauerhaften Verlusts der Funktion eines Armes oder Beines bzw. der nicht wiederherzustellenden Abtrennung einer Gliedmaße der versicherten Person oberhalb des Hand- oder Fußgelenks, erbringen wir für die versicherte Person eine Teilzahlung in Höhe des geringeren Betrags von:
a) 20.000 oder
b) 50% der versicherten Leistung für schwere
Krankheiten.
Multiple Sklerose
Diagnose einer Multiplen Sklerose durch einen Arzt für Neurologie / Psychiatrie, wobei die Erkrankung mehr als einen Schub von klar definierten und multiplen neurologischen Störungen verursacht, die ausgelöst sind durch Demyelinisierung des Gehirns und Rückenmarks. Es muss weiterhin durch die Diagnose nachgewiesen werden, dass für einen ununterbrochenen Zeitraum von sechs Monaten
neurologische Symptome vorliegen, die eine Kombination von Beeinträchtigungen des Sehnervs, des Hirnstamms, Rückenmarks und der Koordination der sensorischen Funktionen beinhalten.
Sollte aufgrund der Diagnose nur der in Satz 1 des vorstehenden Absatzes genannte Gesundheitszustand, nicht aber die zusätzliche Diagnose gem des dortigen Satz 2 nachgewiesen werden, erbringen wir für die versicherte Person eine Teilzahlung in Höhe des geringeren Betrags von:
a) 20.000 oder
b)
50% der versicherten Leistung für schwere Krankheiten.
Vereinfachte Erläuterung
Multiple Sklerose ist eine fortschreitende Erkrankung des zentralen Nervensystems, wobei die die Nervenfaser umgebende Schutzschicht (Myelin) in Gehirn und Rückenmark zerstört wird. Die auftretenden Symptome sind verschieden, je nachdem, welcher Bereich des Gehirns oder Rückenmarks betroffen ist. Der Verlauf der Erkrankung variiert deutlich. Beispiele neurologischer Symptome sind
Koordinationsprobleme, Gangunsicherheit und Störung von Blasen- und Schliessmuskelfunktion.
Muskeldystrophie
Diagnose einer Muskeldystrophie durch einen Arzt für Neurologie / Psychiatrie, bei der alle der folgenden Kriterien nachgewiesen werden müssen:
• Klinisches Erscheinungsbild, keine sensorischen Störungen, normaler Liquorbefund und leichte Einschränkung der Sehnenreflexe
• Charakteristisches
Elektromyogramm
• Klinischer Verdacht bestätigt durch eine Muskelbiopsie
Vereinfachte Erläuterung
Muskeldystrophie ist eine Gruppe erblicher Muskelerkrankungen mit langsamer, fortschreitender Degeneration, die zu zunehmender Schwächung und Behinderung des Patienten führt
Motor - Neurone - Erkrankung
Diagnose einer Motor - Neurone - Erkrankung durch einen Arzt für Neurologie /
Psychiatrie. Der dauerhafte Verlust neurologischer Fähigkeiten muss durch die Diagnose nachgewiesen werden.
Vereinfachte Erläuterung
Bei der Motor- Neurone- Erkrankung handelt es sich um eine Erkrankung der Nervenzellen des zentralen Nervensystems im Rückenmark, die für die Fähigkeit zur Bewegung zuständig sind. Die Nerven bilden sich zurück und es kommt nachfolgend zu einer Verkümmerung der Muskeln. Beispiele typischer und relevanter neurologischer Ausfälle sind
Gesichtslähmungen, Lähmungen an Hand oder Bein, Unterarm und Halbseitenlähmungen
Schwere rheumatoide Arthritis
Ausgedehnte Gelenkzerstörung mit größeren klinischen Deformierungen in mindestens drei der folgenden Gelenksregionen: Schulter-, Hüft-, Knie-, Handgelenke, Ellenbogen, Halswirbelsäule, Fußgelenke, Metatarsophalangeal-Gelenke der Fe. Die Diagnose muss durch einen Arzt für Rheumatologie nachgewiesen
werden.
Ferner konnten nach ärztlicher Bestätigung mindestens drei der folgenden Aktivitäten des täglichen Lebens in den abgelaufenen 6 Monaten ununterbrochen nicht ohne Hilfestellung einer dritten Person ausgeführt werden:
• Baden und Duschen
• Be- und Entkleiden
• Essen und Trinken
• Sich selbständig von einem Zimmer zum anderen bewegen
• Toilette benutzen
• Zubettgehen und Aufstehen
Abhängigkeit von einer dritten Person
Bestätigung eines Facharztes über den Verlust der selbständigen Existenz vor dem 65. Geburtstag, welcher dazu führte, dass mindestens drei der folgenden Aktivitäten des täglichen Lebens in den abgelaufenen 6 Monaten ununterbrochen nicht ohne Hilfestellung einer dritten Person ausgeführt werden konnten:
• Baden und Duschen
• Be- und Entkleiden
• Essen und Trinken
• Sich selbständig von einem Zimmer zum anderen bewegen
•
Toilette benutzen
• Zubettgehen und Aufstehen
Gutartiger Hirntumor
Nicht bösartiger Tumor des Hirns oder der Hirnanhangdrüse. Die medizinische Notwendigkeit einer Operation des Tumors oder, falls inoperabel, das Vorliegen dauerhafter neurologischer Störungen muss durch die Diagnose eines Arztes für Neurologie nachgewiesen werden. Zysten, Granulome, Neurinome, Abszesse, Malformationen (Missbildungen) innerhalb
oder außerhalb der Arterien oder Venen des Gehirns sowie Hämatome und Tumore der Wirbelsäule sind ausgeschlossen.
Vereinfachte Erläuterung
Ein gutartiger Tumor ist gekennzeichnet durch ein nicht krebsartiges abnormales Gewebewachstum. Ein solcher Tumor im Gehirn ist sehr ernst zu nehmen, auch wenn er nicht krebsartig ist. Der wachsende Tumor kann Druck auf andere Bereiche des Gehirns ausüben und daher lebensbedrohlich sein, wenn er nicht entfernt wird.
Bakterielle Meningitis
Entzündung der Hirnhäute oder der Rückenmarkshäute, die zu einer mindestens drei Monate andauernden neurologischen Schädigung (z.B. Sprachstörungen, Halbseitenlähmung) führt. Die Diagnose muss durch einen Arzt für Neurologie und durch eine Untersuchung der zerebrospinalen Flüssigkeit (Liquor) nachgewiesen werden.
Vereinfachte Erläuterung
Meningitis ist eine Entzündung der harten
oder weichen Hirnhaut sowie der Rückenmarkshäute Die Infektion kann durch Bakterien, Viren, Protozoen (meist tropische Parasiten) oder Pilze verursacht sein. Allgemein ist die Erkrankung als Hirnhautentzündung bekannt.
Fortgeschrittene Alzheimer Krankheit (vor Alter 65)
Die Erkrankung muss vor dem 65. Geburtstag zum Verlust von geistiger und sozialer Kompetenz sowie zur Notwendigkeit einer ständigen
Beaufsichtigung führen. Die Diagnose muss durch einen Arzt für Neurologie und durch standardisierte Tests und Fragebögen für Morbus Alzheimer nachgewiesen werden.
Vereinfachte Erläuterung
Charakteristisch für eine Alzheimer-Erkrankung ist der fortschreitende Verlust von Erinnerungsvermögen Orientierung, Urteilsvermögen und Intelligenz. Der Verlauf der Erkrankung ist nicht aufzuhalten. Symptome zeigen sich in einer Verminderung der Gehirngröße und einem Verlust von
Nervenzellen im Gehirn.
Enzephalitis
Schwere Entzündung des Hirngewebes, die zu einer mindestens 3 Monate andauernden neurologischen Störung (z. B. Sprachstörungen) geführt hat. Diese Schädigung muss durch einen Arzt für Neurologie nachgewiesen werden.
Vereinfachte Erläuterung
Enzephalitis ist eine Entzündung der grauen bzw. weißen Substanz des Hirngewebes oder des gesamten Gehirns und wird verursacht durch Bakterien, Viren oder Protozoen (meist tropische Parasiten).
Fortgeschrittene Parkinsonsche Krankheit
Diagnose einer idiopathischen Parkinsonschen Krankheit durch einen Arzt für Neurologie / Psychiatrie. Ferner konnten nach ärztlicher Bestätigung trotz optimaler Therapie mindestens drei der folgenden Aktivitäten des täglichen Lebens in den abgelaufenen 6 Monaten ununterbrochen nicht ohne Hilfestellung einer dritten Person ausgeführt werden:
• Baden und Duschen
• Be-
und Entkleiden
• Essen und Trinken
• Sich selbständig von einem Zimmer zum anderen bewegen
• Toilette benutzen
• Zubettgehen und Aufstehen
Vereinfachte Erläuterung
Eine idiopathische Parkinsonsche Erkrankung ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, die ohne erkennbare Ursache aufgetreten ist. Charakteristische Anzeichen sind das Schütteln von Kopf und Gliedmaßen, eine Versteifung der Gesichtsmuskeln, die das Gesicht
maskenhaft erscheinen lassen, sowie eine bestimmte vornüber gebeugte Körperhaltung
Schwere Kopfverletzung
Eine Kopfverletzung mit schwerer Hirnschädigung, die zu dauerhaften neurologischen Ausfällen oder zu dem dauerhaften Verlust der intellektuellen Fähigkeit führt. Die Diagnose muss von einem Arzt für Neurologie / Psychiatrie nachgewiesen werden.
Koma
Versagen der Hirnfunktion, das zu einem Zustand tiefer Bewußtlosigkeit ohne Reaktion auf externe Reize führt. Der Zustand muss mindestens 96 Stunden unter dauerndem Einsatz von lebenserhaltenden Systemen bestehen. Die Diagnose muss durch einen Arzt für Neurologie / Psychiatrie nachgewiesen werden. Ein ärztlich verordnetes künstliches Koma ist ausgeschlossen.
Vereinfachte Erläuterung
Koma beschreibt einen Zustand tiefer Bewusstlosigkeit. Ein im
Koma befindlicher Patient ist unfähig, auf irgendeine Form physikalischer Stimulation zu reagieren bzw. Kontrolle über die eigenen Körperfunktionen auszuüben. Es gibt verschiedene Komatiefen, abhängig von der Reaktionsfähigkeit auf äußere Reize. Ein Koma kann durch eine Schädigung oder Störung bestimmter Bereiche des Gehirns verursacht sein, welche Bewusstseinsaktivitäten kontrollieren und aufürecht erhalten. So kann ein Koma beispielsweise die Folge einer Kopfverletzung, eines wachsenden
Gehirntumors oder eines Abszesses bzw. zerrissenen Blutgefäß sein, welches eine Gehirnblutung ausgelöst hat.
Schwere Verbrennungen
Verbrennungen dritten Grades an mindestens 20 % der Körperoberfläche. Die Diagnose muss durch einen leitenden Abteilungsarzt einer Klinik oder eines Krankenhauses nachgewiesen werden.
Vereinfachte Erläuterung
Es gibt drei verschiedene Verbrennungsgrade
(erster, zweiter und dritter Grad). Der Grad der Verbrennung richtet sich nach dem Umfang des Schadens, der an der Haut angerichtet wurde.
Erstgradige Verbrennungen schädigen die Hautoberfläche (beispielsweise ein starker Sonnenbrand).
Zweitgradige Verbrennungen schädigen tiefere Hautschichten, heilen jedoch in den meisten Fällen ohne Narbenbildung ab. Die schlimmsten Verbrennungen sind die des dritten Grades, weil diese die gesamte Hautschicht zerstören
Taubheit
Der endgültige und vollständige Verlust des Hörvermögens für alle Töne auf beiden Ohren, der nicht durch medizinische oder technische Maßnahmen verbessert werden kann. Die Diagnose muss durch einen Arzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde nachgewiesen werden.
Blindheit
Der endgültige und vollständige Verlust des Sehvermögens beider Augen, der nicht
durch medizinische oder optische Maßnahmen verbessert kann. Die Diagnose muss durch einen Arzt für Augenheilkunde nachgewiesen werden.
Sprachverlust
Der endgültige und vollständige Verlust der Fähigkeit zu sprechen, der nicht durch medizinische oder technische Maßnahmen verbessert werden kann. Der Sprachverlust muss für einen ununterbrochenen Zeitraum von 2 Monaten angedauert haben. Die Diagnose muss durch einen Arzt
für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde nachgewiesen werden und eine Schädigung oder Erkrankung der Stimmbänder muss vorliegen. Alle psychiatrischen Ursachen sind ausgeschlossen.
Systemischer Lupus Erythematodes
Diagnose eines systemischen Lupus Erythematodes mit Beeinträchtigung des Herzens, des zentralen Nervensystems oder der Nieren. Die Diagnose muss durch einen Arzt für Rheumatologie unter Anwendung der
internationalen Kriterien des American College of Rheumatology (Revised Criteria for Classification of Systemic Lupus Erythematodes) nachgewiesen werden. Diskoider Lupus Erythematodes ist ausgeschlossen.
Vereinfachte Erläuterung
Systemischer Lupus Erythematodes ist eine chronische und von Rückfällen geprägte Krankheit des Immunsystems, die eine Entzündung der Gelenke und Blutgefäße verursacht. Sie kann zu starken Schädigungen an Nieren, Leber und Gehirn führen und
tritt üblicherweise gemeinsam mit einer Hautreaktion auf. Diskoider Lupus ist allgemein auf die Haut beschränkt und gutartig. American College of Rheumatology revised criteria for classification of Systemic Lupus Erythematodes bedeutet auf Deutsch bearbeitete Kriterien zur Klassifikation des systemischen Lupus erythematodes des amerikanischen Instituts für Rheumatologie.
HIV-Infektion durch Bluttransfusion
Infektion mit dem HI-Virus oder Diagnose von Aids durch die Verabreichung einer infizierten Bluttransfusion nach Abschluss des Versicherungsvertrags. Die Serokonversion muss innerhalb von 6 Monaten nach der Transfusion erfolgt sein. Die Institution, welche die Bluttransfusion veranlasst hat, muss eine offiziell registrierte und von den Gesundheitsbehörden anerkannte und für Bluttransfusionen autorisierte Institution sein. Der Sachverhalt muss von einem Facharzt für Labormedizin bestätigt
werden.
Vereinfachte Erläuterung
Human immunodeficiency virus (HIV) ist allgemein bekannt als das Virus, welches das Acquired immune deficiency syndrom (AIDS) auslst. Das Virus wird vor allem auf sexuellem Weg, aber auch durch Kontakt mit infiziertem Blut übertragen
HIV-Infektion erworben als Folge bestimmter beruflicher Tätigkeiten
Die HIV-Infektion muss nach Versicherungsbeginn
•
durch eine Verletzung oder
• durch Umgang mit Blut oder einer bluthaltigen Körperflüssigkeit
während der Ausübung der Berufstätigkeit (Vorfall) in den nachstehend aufgeführten Berufen erworben sein:
• Ärzte und Zahnärzte
• Medizinisch-technische Assistentinnen und Assistenten
• Krankenschwestern und Pfleger
• Arzthelferinnen und Helfer
• Zahnarzthelferinnen und Helfer
• Sanitäter
• Personal in medizinischen Labors
• Polizisten und
Angehörige des Bundesgrenzschutzes
• Feuerwehrleute und Angehörige der füreiwilligen Feuerwehr
• Gefängnispersonal
• Hebammen
• Wäschereipersonal im Krankenhaus
• Krankenhaushilfspersonal
• Reinigungspersonal im Krankenhaus
• Personal bei Beerdigungsinstituten
Zusätzlich müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:
• Die versicherte Person muss innerhalb von 36 Stunden nach dem Vorfall einen Bluttest durchführen lassen, der das
Nichtvorhandensein von HI-Viren oder von Antikörpern auf HI-Viren anzeigt. Die Bestätigung dieses Bluttests und die Umstände des Vorfalls müssen uns innerhalb von 10 Tagen nach dem Vorfall gemeldet werden.
• Der Nachweis der Infektion durch HI-Viren oder der Gegenwart von HIV-Antikörpern im Blut muss innerhalb von 6 Monaten nach dem Vorfall erfolgen.
• Der Vorfall sowie die HIV-Infektion müssen nach den üblichen berufsgenossenschaftlichen oder anderen für die Berufsgruppe
verbindlichen Verfahren gemeldet und anerkannt worden sein.
Aplastische Anmie (Blutbildungsstörung)
Dauerhaftes Versagen der Blutbildung des Knochenmarks, das zu Anämie, Neutropenie und Thrombopenie führt, die mindestens eine der folgenden Behandlungen erforderlich machen:
• Blutbestandteilübertragung
• Knochenmarktransplantation
• Immunsystemunterdrückende Behandlung
•
Knochenmarkstimulierende Medikamente
Die Diagnose und entsprechende Behandlung müssen durch einen Arzt für Hämatologie nachgewiesen werden.
Vereinfachte Erläuterung
Anämie (Verminderung der roten Blutkörperchen), Neutropenie (Verminderung der weißen Blutkörperchen) und Thrombopenie (Verminderung der Blutplättchen) sind Bezeichnungen für eine Verminderung der Zellen im Blut. Ohne Behandlung führt diese Erkrankung zum Tod.